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| FIFA-Präsident Blatter will Abseitsregeln vereinfachen |
| 05.08.2004 |
Der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, Joseph Blatter, hat in den
schwelenden Streit um die Abseitsregel eingegriffen und eine Vereinfachung
der umstrittenen Fußball-Verordnung angekündigt. "Lasst uns das Spiel modernisieren,
indem wir eine seiner wichtigsten Regeln leichter verständlich gestalten",
forderte der Schweizer in einer Kolumne für die Financial Times.
Nach eingehender Beschäftigung seiner technischen Experten will die FIFA im
Februar 2005 Empfehlungen vorlegen, inwieweit die Regel 11 zum Thema Abseits zu
vereinfachen sei. Die Europameisterschaft 2004 und der Asien-Pokal seien, so
Blatter, "nur die beiden letzten internationalen Turniere gewesen, bei denen
dieses Thema zu Kontroversen geführt hat".
Stein des Anstoßes ist in den Augen Blatters das passive Abseits, das dem
Fußball immer wieder Schaden zufügen würde. Blatter: "Wir sollten Formulierungen
wie "aktives" und "passives" Abseits abschaffen, die die Schützen fantastischer
Tore bestrafen, die nicht anerkannt werden, weil sich ein Mannschaftskamerad
gleichzeitig im Abseits befand." Dies gelte auch für Spieler, die nicht die
geringste Chance haben, an den Ball zu kommen.
Ein perfektes Beispiel für die große Verwirrung sei das Tor des niederländischen
Stürmers Ruud van Nistelrooy bei der letzten EURO im Spiel gegen Tschechien (2:3)
gewesen, das zu Recht anerkannt worden sei. Zunächst habe sich der Angreifer von
Manchester United im passiven Abseits befunden, anschließend sei er jedoch
rechtzeitig zurückgeeilt, um im rechten Moment wieder nach vorne zu stürmen
und das Tor zu erzielen.
Volker Roth stimmt Blatter zu
Auch Volker Roth, Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA), hatte die Gültigkeit beider strittigen Tore van Nistelrooys bei der Euro in den Spielen gegen Tschechien und Lettland verteidigt. "Man konnte feststellen, dass weder die Tschechen noch die Letten in ihrem Spiel gegen die Niederlande reklamierten." Das habe nach Aussage von Roth an der Video-Schulung gelegen, die die Spieler von der UEFA vor dem Turnier erhalten hatten.
Von einer vollständigen Abschaffung der Abseits-Regel hält FIFA-Präsident Blatter nichts. Die Streichung würde die "wahre Intelligenz beim Fußballspiel verschwinden lassen", so Blatter. Die an Trainer und Spieler gestellten taktischen und strategischen Herausforderungen würden ganz schnell aus dem Spiel verschwinden.
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| erschienen am 05.August 2004 |
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